Wenn Dunkelheit spricht antwortet das Licht

Wer schreibt hier?

verbundenheit
Bild: KI-Basis + HI-Nachbearbeitung

Nicht die Mentorin. Nicht die Künstlerin. Nicht die Autorin.
Nicht die Heilpraktikerin.

Hier schreibt die Frau, die all diese Geschichten erlebt hat und heute auf das zurückblickt, was die kleine und jugendliche Beate erfahren hat.

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Es gibt Geschichten, die ein Mensch nicht verschweigt, weil ihm die Worte fehlen. Er schweigt, weil Angst, Scham, Schuld, Angst vor Ablehnung, Ausgrenzung oder Einsamkeit stärker sind als jede Sprache.

Ich kenne dieses Schweigen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, mit einer Geschichte allein zu sein. Wenn niemand fragt. Niemand zuhört. Niemand da ist.

Diese Einsamkeit, dieses völlige Alleinsein mit etwas, das zu groß ist für einen Menschen und erst recht für ein Kind, ist grausam und unmenschlich. Oft war diese Einsamkeit für mich schwerer zu ertragen als die Geschichten selbst.

Das Schweigen brechen

Nach über 50 Jahren habe ich mein Schweigen gebrochen. Zu lange gehörten meine dunklen Geschichten dem Schweigen und gut gehüteten Silben auf dem Papier. Heute gehören die Wortgebilde mir und dürfen das Licht der Welt erblicken. Deshalb schreibe ich öffentlich über die dunkelsten Stunden meines Lebens, damit andere vielleicht ihr Schweigen nicht für immer behalten müssen.

Nicht weil meine Geschichte außergewöhnlich ist. Und nicht, weil ich Mitleid suche.

Ich wünsche mir Mitgefühl.

Und ich wünsche mir einen traumasensibleren Umgang miteinander: in unserer Gesellschaft, in Familien, in Beziehungen und überall dort, wo Menschen einander begegnen.

Mitgefühl schaut nicht weg, oder von oben. Mitgefühl stellt sich neben dich. Es urteilt nicht. Es bleibt und kann einen Raum halten, in dem das Unsagbare langsam Worte finden darf.

Als ich meine Geschichte zum ersten Mal in einem geschützten Raum aussprechen konnte, veränderte sich etwas in mir.

Nicht, weil plötzlich alles gut war. Sondern weil ich plötzlich nicht mehr allein war.
Ich erfuhr Mitgefühl und Wertschätzung für meinen Mut, mich in meiner ganzen Verletzlichkeit zu zeigen.

Diese Erfahrung wünsche ich jedem Menschen.

Denn als ich meine Tür öffnete, öffneten sich auch andere Türen. Menschen, die schon viel zu lange schwiegen, fanden den Mut, ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

Ich kann niemanden heilen.

Ich kann auch keine Versprechen machen. Aber ich kann meinen Weg zeigen. Nicht als Vorbild. Nicht als Wahrheit. Nur als ein Pfad im Raum der Möglichkeiten.

Wenn durch meine Worte auch nur ein Mensch den Mut findet, sein Schweigen zu brechen, sich Hilfe zu holen oder einfach für einen Moment spürt:

Ich bin nicht allein.

Dann hat diese Seite ihren Sinn erfüllt.

Manchmal beginnt etwas Neues nicht mit einer Antwort oder einer Lösung, sondern mit einem Menschen, der da ist. In Verbundenheit. ♥

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